IAB: „Erschwert das Bürgergeld die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt? „
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht in einer Veröffentlichung vom 24.03.2025 der Frage nach, ob das Bürgergeld von Migrant:innen die Integration in den Arbeitsmarkt erschwert. Dazu hat das IAB seine Erkenntnisse aus der Forschung dargestellt.
Einige wichtige Erkenntnisse des IAB:
- Es gibt keine Konstellation, in der jemand, der arbeitet und alle erlaubten Transfers in Anspruch nimmt, weniger hat als jemand, der nicht arbeitet.
- Obwohl Deutschland anteilig sehr viel mehr Geflüchtete als die meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten aufgenommen hat, lag die Erwerbstätigenquote von Migrant*innen nach Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2023 mit 70 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 66 Prozent.
- Während 12,7 Prozent (2021: 11,7 %) der 20- bis 34-Jährigen mit einer deutschen Staatsbürgerschaft keine Berufsausbildung aufweisen, waren es bei den ausländischen Gleichaltrigen mit einer Quote von 38,1 Prozent (2021) genau dreimal so viele.
- Geflüchtete integrieren sich aufgrund der persönlichen Folgen von Krieg, Verfolgung und Flucht häufig langsamer als andere Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt. Hemmend wirken zudem die schlechtere Passung zwischen ihrer (Aus-)Bildung und den Arbeitsmarktanforderungen in Deutschland sowie institutionelle Hürden (Beschäftigungsverbote, Asylverfahren, Wohnsitzauflagen).
- Die Erwerbstätigkeitsquoten nähern sich jedoch denjenigen anderer Migrantengruppen und dem Bevölkerungsdurchschnitt an: Nach acht Jahren sind 68 Prozent erwerbstätig (siehe Abbildung 3). Die Erwerbstätigenquote der Männer ist nach acht Jahren sogar höher als die der Männer im Bevölkerungsdurchschnitt.
IAB-Forum vom 24.03.2025: „Erschwert das Bürgergeld die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt? „